Betrachtet man die Pro-Kopf-Ausgaben, ergibt sich ein anderes Bild. Länder wie Dänemark, die Schweiz und Luxemburg gehören zur Spitzengruppe. Deutschland liegt über dem europäischen Durchschnitt, steht aber nicht an der Spitze der Rangliste.
Auffällig ist, dass kleinere Märkte wie Norwegen, Belgien und Ungarn derzeit das höchste prozentuale Wachstum erzielen – wenn auch ausgehend von einer niedrigeren Basis.

Deutschland wächst schneller als Europa
Im Jahr 2024 wuchs der deutsche Biomarkt um +5,7 % und lag damit über dem europäischen Durchschnitt von +5,2 %. Damit festigte Deutschland seine Position als größter Biomarkt Europas.

Supermärkte treiben das Wachstum voran
In Deutschland erzielen Supermärkte sowohl das größte absolute Wachstum als auch den höchsten Umsatzanteil im Biobereich (59 %). Vor allem Full-Service-Supermärkte stärken ihre Position.

Auch online wächst Bio weiterhin stark: Der E-Commerce-Umsatz steigt um rund 20 %. In vielen Online-Warenkörben befindet sich mittlerweile mindestens ein Bio-Produkt.

Im Obst- und Gemüsesektor wächst Bio-Obst schneller als Bio-Gemüse
Im Bereich Obst und Gemüse verzeichnet Bio-Obst eine stärkere Entwicklung als Bio-Gemüse. Sowohl volumen- als auch umsatzmäßig wächst Bio-Obst schneller.

Dabei ist Deutschland zu einem erheblichen Teil von Importen abhängig. Im Jahr 2024 wurde:
- 40 % der Bio-Karotten werden importiert
- 28 % der Bio-Äpfel
- 25 % der Bio-Zwiebeln

Dies unterstreicht die Bedeutung stabiler internationaler Lieferketten und zuverlässiger Verfügbarkeit.
Verbraucher wollen Bio – Preiswahrnehmung bremst Wachstum
Die Verbrauchernachfrage bleibt positiv. Die Generation X und die Millennials haben den höchsten Bio-Anteil in ihrem Warenkorb. Bemerkenswert: 90 % der Generation Z geben an, Bio-Produkte zu kaufen.

Gleichzeitig bleibt der Bio-Anteil im gesamten Warenkorb mit etwa 6 % leicht stagnierend. Ein wichtiger Faktor ist die Preiswahrnehmung: Verbraucher schätzen den Preisunterschied zwischen Bio- und konventionellen Produkten höher ein, als er tatsächlich ist.

Das wichtigste Kaufmotiv bleibt:
keine oder nur geringe Rückstände von Pflanzenschutzmitteln.
Aspekte wie Geschmack, Gesundheit und Klima spielen ebenfalls eine Rolle, sind jedoch zweitrangig.
Die Zahlen in diesem Artikel basieren auf dem BÖLW-Branchenbericht 2026. Der vollständige Bericht ist hier verfügbar.