Wie wird das globale Ernährungssystem im Jahr 2050 aussehen? Eine neue Peer-Review-Studie des renommierten International Food Policy Research Institute (IFPRI) beleuchtet die wichtigsten Entwicklungen. Das Fazit: Die weltweite Nachfrage nach Lebensmitteln wächst weiter, doch wo dieses Wachstum stattfindet – und unter welchen Bedingungen produziert werden kann – ändert sich stark.
Für Obst und Gemüse erwartet das IFPRI zwischen 2025 und 2050 einen weltweiten Nachfrageanstieg von rund 25 %, was einer zusätzlichen Nachfrage von über 470 Millionen Tonnen entspricht. Mehr als 90 % dieses Wachstums entfallen auf Afrika, Asien und Lateinamerika. Vor allem das Bevölkerungswachstum und steigende Einkommen sorgen dort für eine größere und vielfältigere Nachfrage nach Lebensmitteln. Das bietet neue Chancen für den Obst- und Gemüsesektor. Gleichzeitig bleibt der weltweite Verzehr von Obst und Gemüse hinter den Ernährungsempfehlungen zurück.

Auf der Produktionsseite nehmen die Risiken zu. Höhere Erträge und technologische Entwicklungen bleiben wichtig, doch der Klimawandel bremst das Produktivitätswachstum. Die Auswirkungen unterscheiden sich stark je nach Kulturpflanze und Anbaugebiet: Einige Regionen können von veränderten Temperaturen oder Niederschlägen profitieren, während andere durch Hitze und Wasserstress stärker unter Druck geraten. Auch der Land- und Wasserverbrauch wird voraussichtlich zunehmen.
Damit verändert sich auch der internationale Handel. Einige Regionen werden stärker von Importen abhängig, während Lateinamerika eine wichtige Exportregion für Obst bleibt. Gleichzeitig projiziert das IFPRI für Obst und Gemüse bis zum Jahr 2050 einen Anstieg der realen Preise um durchschnittlich etwa 12 %.
Für die Obst- und Gemüsekette unterstreicht der Bericht vor allem einen Punkt: Bei der zukünftigen Verfügbarkeit geht es nicht nur darum, mehr zu produzieren, sondern auch darum, wo, wie und mit welchen natürlichen Ressourcen dies geschieht. Die Diversifizierung der Herkunftsländer, ein schonender Umgang mit Wasser und eine langfristige Zusammenarbeit mit den Erzeugern gewinnen damit zunehmend an Bedeutung.
Das IFPRI wurde 1975 gegründet und ist ein Forschungszentrum des CGIAR, dem weltweit größten internationalen Netzwerk für landwirtschaftliche Innovation. Die Zahlen im Bericht sind Szenarioergebnisse und keine Prognosen. Die Studie blickt auf das Jahr 2050 und stützt sich dabei auf Annahmen unter anderem zu Bevölkerungswachstum, Einkommen, Technologie und Klima.
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